Themenfeld Ökologie
Zweifellos ist die Erfolgsgeschichte unserer Zivilisation an die planetaren Grenzen gestoßen. Wissenschaft, Technik und Wirtschaft erzeugten ein exorbitantes Wachstum und Wohlstandsvermehrung. All dies war aber nur möglich, weil die Natur bis dato scheinbar eine unerschöpfliche Quelle an Ressourcen und Regenerationspotenzial zur Verfügung stellte. Diese folgenschwere Unbekümmertheit fällt uns nun voll auf die Füße, und dies auch am vielbeschworenen Ort der Wahrheit, der Kommune.
Wie so oft sind wir auch hier gleichzeitig Opfer wie Täter. Wie immer auch abhängig und eingebunden in überregionale, gar weltweite politische und wirtschaftliche Globalisierungsprozesse. Zu allem Überfluss sind wir einer zunehmenden verwirrenden öffentlichen Diskussion über Ursachen, Sinn und Zweck von all dem ausgesetzt.
Fazit: Die Komplexität dieses Sektors wird durch nichts übertroffen, trotzdem sind die Arbeitstitel desselben – Energiewende, Mobilitätsstrategie, Klimaschutz und Biodiversität – von brennender Aktualität.
Wenn man nun konsequent das zweijährige Zahlenwerk durchforstet, wird man in den vier relevanten Großgruppen des Natur-/Umweltschutzes den einen oder anderen Ansatz aufspüren. Summa summarum ergeben sich nach Analyse für uns folgende Punkte:
- Die drastische Engführung des Haushalts 26/27 drückt sich auch in den diesbezüglich minimalen oder gar fehlenden Finanzansätzen aus. Wenn es eng wird und zum Schwur kommt, rangiert alles andere vor der Natur.
- Dieser negative Trend ist aber nicht nur eine Frage des Geldbeutels, sondern auch eine Folge des allumfassenden Herunterfahrens von Umweltstandards und der Umweltgesetzgebung welt- und europaweit, in der Bundesrepublik und im Land.
- Das kommunale Klimaschutzkonzept, das städtische Anpassungsprogramm, die groß angelegte Wärmestudie und die über das Acherner Gesamtgebiet gehende landesweite Biotopplanung tragen in sich viel gemeinsam. Gute Anschubfinanzierungen durch das Land, extern angefertigte, sehr detaillierte Fachplanungen und Ablaufoptionen für die Umsetzung.
Aber auch hier gilt:
Gut gemeint und gut geplant ist noch nicht gut gemacht. Wie immer kommt es auch hier letztendlich darauf an, was am Schluss umgesetzt wird und wirksam ist. Dazu braucht es Macher und Durchsetzungskraft, um die schöne Theorie in die anstrengende Praxis umzusetzen.
Absehbar ist, dass in diesem zentralen Themenkomplex auftretende Veränderungen, neue Erfordernisse und Erkenntnisse im Zweijahresverlauf zwangsläufig zu Verschiebungen, zu außer- und überplanmäßigen Ausgaben führen werden.
Wir von der Acherner Bürger Liste werden dieser großen Querschnitts- und Daueraufgabe in den folgenden Einzelberatungen die notwendige Achtsamkeit konsequent zukommen lassen.
Sehr geehrte Herren Oberbürgermeister und Bürgermeister,
werte Kolleginnen und Kollegen,
passend zum ökonomischen Glutkern von Haushaltsplänen und deren Beratungen haben wir ein bekannt schonungslos offenes Zitat der wirtschaftlich-finanziellen Dominanz vorangestellt.
Aber das ist nur der eine Teil der Wahrheit. Die Erfahrung zeigt, das krisenhafte Mangelzeiten auch immer Bewährungskräfte hervorrufen, um diese zu bewältigen. Krise als Chance zur Erneuerung. Freilich, die Ingangsetzung der notwendigen, zuweilen schmerzhaften Schritte durch 27 stimmberechtigte Akteure ist angesichts der unterschiedlichen politischen Ausrichtungen und des heterogenen Spektrums kein leichtes Unterfangen. Aber, zu den Kernkompetenzen der Demokratie gehören Sachbezogenheit, Kompromissfähigkeit und der Blick auf das große Ganze. Der gemeinsame Wille, Mut und Optimismus können neue Hoffnung geben.
Das Schlusszitat der Haushaltsrede des Oberbürgermeisters aufnehmend, nach der der Staatsmann die Pflicht zum Optimismus hat (OB Rommel), gibt nur dann Sinn, wenn man sich über eines im Klaren ist:
Hoffnung ist nicht das, was wir erwarten können, sondern nur das, was wir tun!
Für die ABL-Gemeinderatsfraktion
Manfred Nock, Fraktionsvorsitzender
Achern, 23.2.2026
