Haushaltsrede der ABL 2026/2027

Stadtbild

Der Begriff Stadtbild setzt sich nicht nur aus einem architektonischen (Gebäude, Plätze), einem funktionalen (Dienstleistung, Handel, Wohnen, Arbeiten), sondern auch einem stark emotionalen, durch Aufenthaltsqualität und Sicherheit, geprägten Inhalt zusammen.

Die Stadt ist das urbane Gesicht, mit dem der Staat dem Bürger entgegentritt. Und genau dieses Stadtbild ist landauf landab in allen drei Sektoren einem fundamentalen Wandel unterworfen. Und wenn das Gesicht -Stadtbild- immer abweisender und unattraktiver wird, schwindet das Vertrauen in die Politik.

Die bekannten Reizaspekte Müll, Lärm, Verkehrsrowdy, Nagel- und Tattoostudios, Barbershops, Leerstände usw. liefen dann aus dem Ruder, als Bundeskanzler Merz 10/25 durch eine undifferenzierte Anmerkung zum Zentralthema Stadtbild einen wahren Shitstorm auslöste.

Unabhängig davon ist die Groß- und Daueraufgabe klar: Der Wandel verlangt nach solider Analyse, Strategieplanung, Umgestaltungskraft und langem Atem. Die notwendigen Handlungsfelder können nur mit einer konzertierten Aktion mit Bürgerschaft, Institutionen, Geschäftswelt und Stadtverwaltung umgesetzt werden. Auch hier ist ein Strukturwandel nötig.

Investitionen in das Stadtbild sind Investitionen in Lebensqualität, Gemeinschaft und wirtschaftliche Zukunft. Der vorliegende Haushalt setzt nachfolgende Schwerpunkte im Bereich Stadtgestaltung:

  • Sowohl Rathausplatz, als auch die Raum- und Straßenzone um die neu gebaute Sparkasse müssen zu einem stimmenden Gesamtensemble finalisiert werden.
  • Insofern ist aktuell beim Adlerplatz kein organisatorisches, finanzielles Potential vorhanden, diesen Platz kurzfristig einer umfangreichen Veränderung zuzuführen. Mittelfristig kann hier durchaus in eine öffentliche Diskussion eingetreten werden.
  • Ernsthaft und zeitnah wird man dagegen das Projekt einer substantiellen Aufwertung unseres zentralen Spiel-, Natur- und Aufenthaltsraumes Stadtgarten angehen können (ermöglicht durch eine großzügige Spende). Explizit schließen wir hier eine städtebauliche Aufwertung des Zugangsbereiches „Kronengasse“ mit ein.
  • Die Softwarefaktoren wie konsequente Verkehrsüberwachung (Lärm), Sauberkeit (Müll) und gelegentliche Ordnungsdienstpräsenz erhöhen substantiell die Aufenthaltsqualität. Die Sauberkeit ist bekanntlich die Schwester der Sicherheit!
  • Unschätzbar wertvoll – und das kann nur immer wiederholt werden – sind die wöchentlichen und saisonalen Märkte und Sonderveranstaltungen im Jahresverlauf für das in die Region hinausstrahlende Image der Stadt Achern.
  • Ehrenamt ist unbezahlbar – aber nicht kostenlos. Sei es im Sportverein, bei der freiwilligen Feuerwehr, im sozialen Bereich, in der Kulturarbeit oder in der Jugendarbeit. Das Ehrenamt ist das Rückgrat unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts, ohne dieses Engagement wäre vieles nicht möglich. In Sachen eines zunehmend sozialen Aufgabenfeldes zeigt auch dieser Haushalt u.a. mit der Zuschussgewährung an die „Illenau-Werkstätte“ und „Achern Miteinander“, dass die Stadt das Ehrenamt unterstützen will.